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BSF Managed Index Portfolios - Moderate: Die ETF-Lösungen

fondsweb.de - BSF Managed Index Portfolios - Moderate: Die ETF-Lösungen

(boerse-online) - BlackRock bietet mit seinen Indexportfolios aktiv gemanagte Fonds an. Es gibt sie in drei Risikostufen. Im Vergleich zu anderen Multi-Asset-Lösungen sind sie zudem recht günstig. Von Jörn Kränicke

Das Thema Multi Asset bleibt nach wie vor eine Erfolgsstory. Gleichwohl leiden gerade viele konservativere Strategien unter den Niedrigzinsen. Denn auf viele aktive Fonds haben die Anbieter stattliche Gebühren draufgesattelt. Da bleibt dann nach Kosten nicht mehr viel Rendite übrig. Eine Alternative dazu hat etwa BlackRock seit 2015 mit seinen Index Portfolios (BMIP) im Angebot. Sie werden zwar auch aktiv verwaltet. Allerdings basieren sie auf günstigen ETFs und zudem sind die von BlackRock verlangten Gebühren einigermaßen moderat.

Drei unterschiedlich risikoreiche Fonds umfasst die Palette. Alle Fonds weisen ein genau definiertes Risikoprofil auf. Sie werden dementsprechend mit defensiver (Vola 2-5 %), moderater (Vola 5-10 %) oder offensiver (Vola 10-15 %) Ausrichtung gemanagt. Die neutrale prozentuale Aufteilung in Renten und Aktien liegt beim defensiven Produkt bei 90/10. Bei den anderen beiden bei 50/50 beziehungsweise 30/70. Der Investmentprozess basiert laut BlackRock-Expertin Stephanie Lang auf drei Komponenten. Am Anfang erfolgt etwa bei der Moderate-Variante die Gewichtung in Aktien und Anleihen. Diese aktive Asset-Allokation basiert auf der Analyse der zu erwarteten Renditen. Im zweiten Schritt erfolgt die taktische Allokation als zusätzliche Performance-Quelle. Zu guter Letzt können dem Portfolio noch strategische Themen beigemischt werden. Sie dienen der Diversifizierung der Portfolios. Hierzu können auch Anlagen in nicht traditionelle Investments wie Rohstoffe getätigt werden. Insgesamt stehen BlackRock sieben verschiedene Assetklassen zur Auswahl. Die Portfolios werden täglich vom BlackRock-Beta-Index-Asset-Allokation-Team unter Leitung von Anthony Chan überwacht. Monatlich wird die Asset-Allokation der drei Portfolios überprüft, die sich jeweils aus 15 bis 30 unterschiedlichen Positionen zusammensetzt.

Insbesondere die ausgewogene "Moderate-Variante" erscheint interessant.

Quelle:
fondsweb.de

Weniger US-Werte

fondsweb.de - Weniger US-Werte

(boerse-online) - Der Deka-DividendenStrategie ist mittlerweile 4,6 Milliarden Euro groß. Wir sprachen mit Fondsmanagerin Ilga Haubelt über ihre Strategie. Von Ralf Ferken
Fondsmanagerin

Ilga Haubelt kam im Dezember 2013 zu Deka Investment und managt seither den Deka-DividendenStrategie, dessen verwaltetes Vermögen in dieser Zeit von 260 Millionen Euro auf 4,6 Milliarden Euro angewachsen ist. Seit September 2014 fungiert Haubelt bei Deka Investment zudem als Teamleiterin für globale Aktien. Zuvor arbeitete die promovierte Volkswirtin für die MEAG und Union Investment, wo sie unter anderem den UniNordamerika managte.

Anlagestrategie

Haubelt kauft Unternehmen mit starken Marken und guten Geschäftsmodellen, die im Schnitt eine höhere Dividende als der MSCI World Index bieten. Aktuell beträgt die Dividendenrendite des Portfolios 3,4 Prozent, das sind 0,9 Prozentpunkte mehr als im Index. Das bedeutet jedoch nicht, dass Haubelt gezielt in die Titel mit den höchsten Dividendenrenditen investiert. "Wir mögen Unternehmen, die ihre Dividende kontinuierlich steigern können", sagt sie, "weil man damit langfristig die beste Wertentwicklung erzielt".

Portfolio

In den vergangenen zwölf Monaten hat Haubelt ihr Portfolio etwas umgebaut. Den US-Anteil hat sie beispielsweise von 44 auf 36 Prozent reduziert und dafür mehr europäische und japanische Dividendenwerte gekauft, da sie dort aufgrund der niedrigeren Bewertungen ein größeres Potenzial sieht. "Gleichwohl gibt es in den USA viele qualitativ hochwertige Geschäftsmodelle wie Johnson & Johnson oder Microsoft, in denen wir investiert sein möchten", betont sie. Dennoch sei ihre Untergewichtung von US-Aktien "schon ein Wort", findet sie. Denn im MSCI World Index betrage der US-Anteil fast 60 Prozent. Auch Konsumwerte hat Haubelt in den vergangenen zwölf Monaten reduziert. Ihr Anteil sank von 30 Prozent auf 25 Prozent. Zugekauft hat sie dafür Finanz- und IT-Werte. Derzeit hält sie rund 200 Einzelwerte im Portfolio. Zu ihren größten Titeln zählen Allianz, AXA, British American Tobacco, Nestlé, Nextera, Novartis, NTT und Unilever. Punktuell aufgestockt hat sie nach den jüngsten Verlusten Tabakwerte.

Rendite-Risiko-Profil

Aufgrund der steigenden Zinsen entwickelten sich zyklische Werte in den vergangenen zwölf Monaten zeitweilig besser als defensive Dividendenwerte. Über die vergangenen fünf Jahre zählt der Deka-DividendenStrategie aber nach wie vor zu besten globalen Dividendenfonds. Insgesamt überzeugt der Fonds dank vergleichsweise niedriger Kursschwankungen mit einem guten Rendite-Risiko-Profil (siehe Grafik). Zudem sind die jährlichen laufenden Kosten beim Deka-DividendenStrategie niedriger als bei anderen globalen Dividendenfonds.

Fazit

Ein solider und schwankungsarmer Fonds für globale Dividendenaktien.

Quelle:
fondsweb.de

Dieser Fonds setzt auf China

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(boerse-online) - Tamac Qilin-China Champions: Der Fonds will frühzeitig künftige globale Börsenstars identifizieren. Die China-Expertise der Manager und der analytische Auswahlprozess versprechen nachhaltige Erfolge. Von Jörg Billina

China ist auf dem Weg zur weltweit stärksten Wirtschaftsnation: Das zeigt sich sowohl an Wachstumsraten von über sechs Prozent, als auch an der steigenden Zahl chinesischer Firmen in der Liste der weltweit 500 umsatzstärksten Unternehmen. Wurden 2006 nur 16 chinesische Unternehmen in der Fortune-500-Liste geführt, sind es aktuell bereits über 100. "Für 2030 gehen wir von über 200 chinesischen Unternehmen in den Top 500 aus", schätzt Stefan Albrecht, Manager des Tamac Qilin-China Champions. "Und mit den Internetgiganten Tencent und Alibaba kommen bereits zwei der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt aus China."

Albrecht, der 15 Jahre für McKinsey China in Peking tätig war, und seine drei Managementkollegen wollen die künftigen Champions frühzeitig entdecken und von ihrem Aufstieg profitieren. Das Fabeltier Qilin im Fondsnamen steht für ihr Investmentziel. "Das Erscheinen eines Qilins galt in früheren Zeiten als Zeichen kommenden Wohlstands. Auch wir wollen eine hervorragende Wertentwicklung erzielen." Bislang ist dies gelungen. Seit Jahresanfang legte der Fonds um knapp 30 Prozent zu. Der Vergleichsindex MSCI All China in Euro bringt es auf 13 Prozent.

Früherkennungssystem

Um sich in chinesischen Unternehmen zu engagieren, nutzt der Fonds insbesondere den Shanghai und Shenzhen Stock Connect, die einzige Möglichkeit für ausländische Investoren uneingeschränkt am chinesischen Kapitalmarkt zu agieren. Neben diesen A-Aktien kommen auch in Hongkong (H-Aktien) oder in den USA (N-Aktien) gelistete Titel für ein Investment infrage. Insgesamt besteht das Anlageuniversum aus 1900 Unternehmen. Um daraus die Champions von morgen zu identifizieren, nutzt das Management eine seinerzeit bei McKinsey zusammen mit der Tsinghua-Universität entwickelte und bei Qilin Capital verfeinerte Forschungsmethodik. "DETECC (Detecting Emerging Chinese Champions) ist sehr analytisch und datengetrieben", erklärt Albrecht. 200 Titel werden herausgefiltert. Doch wer es ins 35-Werte-Portfolio schafft, macht Albrecht von seiner Recherche vor Ort und dem persönlichen Eindruck des Managements abhängig. Vom Vergleichsindex weicht der Fonds deutlich ab. Restrukturierungsbedürftige Unternehmen etwa aus den Bereichen Kohle oder Stahl werden gemieden.

Die Kaufkriterien erfüllt haben dagegen das führende Pharmaunternehmen Hengrui, der stärkste chinesische Automationsanbieter und Siemens-Konkurrent Inovance sowie der weltweit führende chinesische Videoüberwachungssystemanbieter Hikvision. "Wir finden in allen Branchen Unternehmen, die in die Weltspitze vordringen können", sagt Albrecht. Die Verlustgefahren hält er für überschaubar. "Unsere Sharpe-Ratio, ein Maß für risikobereinigte Verzinsung, liegt annualisiert bei 1,86 und damit besser als der deutsche Leitindex DAX mit 1,10."

Quelle:
fondsweb.de

Konzentrierte Goldgräber

fondsweb.de - Konzentrierte Goldgräber

(boerse-online) - Fonds im Rückblick: Vor einem Jahr stellten wir in Euro fondsxpress den Schroders ISF Global Gold vor. Der Goldminenfonds läuft solide, aber sticht nicht aus der Masse der Edelmetallfonds hervor. Von Jörn Kränicke

Aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten hat Gold derzeit Rückenwind. Davon profitieren Goldminen ebenfalls. Die beiden Manager Mark Lacey und James Luke sehen das Umfeld für Goldanlagen auch allgemein weiterhin positiv. "Die im Hintergrund stehenden weltweiten Schuldenlasten in Rekordhöhe haben sich nicht wie von Zauberhand in Luft aufgelöst. Sie machen das globale Wachstum ausgesprochen sensibel gegenüber einer tatsächlichen Anhebung der Zinsen und der Kosten für die Bedienung dieser Schulden", sagt Luke.

Dies sei ein wesentlicher Grund dafür, dass man eher von einer zurückhaltenden Politik der Zentralbanken ausgehen kann, was eine zu schnelle Anhebung der Leitzinsen angeht, und dass die Realzinsen auch weiterhin auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau und auch bei zunehmender Inflation potenziell negativ bleiben dürften. Somit blieben die Opportunitätskosten für Goldanleger niedrig. "Die letzten vier Male, als ein Zinserhöhungszyklus von der Fed eingeleitet wurde, erzielte Gold in drei von vier Fällen von Anfang bis Ende Renditen zwischen zehn und 20 Prozent", sagt Lacey. Zudem verweist Luke auf die extrem hohen Bewertungen am Aktienmarkt hin. "Betrachtet man klassische Bewertungskennziffern wie Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis und andere, liegen sie zwischen 60 und 100 Prozent höher als im historischen Mittel der vergangenen 90 Jahre", sagt Lacey.

Das Managerduo setzt beim Schroders ISF Global Gold auf ein konzentriertes Portfolio von rund 30 bis 40 Einzeltiteln. Meistens investieren die beiden das Kapital der Anleger in Goldminenaktien - so wie derzeit auch. Entsprechende Aktien für Platin und Silber können sie beimischen. Zudem dürfen sie UCITS-konform bis zu 40 Prozent in Edelmetalle investieren. Überdies können sie die Kassenquote bis auf ein Drittel des Kapitals aufstocken. Derzeit hat das Managerduo insbesondere Goldminenschwergewichte wie Newmont Mining Corporation, Goldcorp, Randgold Resources und Barrick Gold hoch gewichtet.

Fazit: Der Schroders Goldfonds läuft solide, ist aber kein Musthave.

Quelle:
fondsweb.de

Indien lockt mit hohen Zinsen - So profitieren Anleger

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(boerse-online) - LAM Sun Global ZyFin India Sovereign Enterprise Bond UCITS ETF - Bei diesem ETF bekommt man "AAA"-Sicherheit und eine laufende Verzinsung von über sieben Prozent - ein gutes Angebot. Von Jörn Kränicke

Derzeit macht der starke Euro vielen Anlegern einen Strich durch die Rechnung. Gerade bei Renteninvestments schmelzen die Gewinne dahin. Andrerseits muss man sich natürlich fragen, ob damit nicht ein guter Zeitpunkt für Fremdwährungsanleihen gekommen ist. Nach einer zweistelligen Aufwertung des Euro gegenüber vielen anderen Währungen ist das weitere Potenzial erst einmal überschaubar.

Nicht nur deshalb lohnt ein Blick auf den LAM Sun Global ZyFin India Sovereign Enterprise Bond UCITS ETF. Er enthält Anleihen von Unternehmen von nationalem Interesse, an denen der indische Staat die Mehrheit hält. Im Fachjargon heißen sie daher Sovereign Owned Enterprises (SOEs). Sie wurden in indischen Rupien begeben und verfügen über ein "AAA"-Rating.

Alle sechs im Index enthaltenen Anleihen sind gleichgewichtet und jedes Quartal wird der Index rebalanciert. Neben Währungschancen bietet er auch eine laufende Verzinsung von über sieben Prozent. Diese Zinsen dürften bald sinken und für kräftige Kursgewinne beim Zyfin-ETF sorgen, der eine Duration von 6,6 Jahren aufweist.

Denn makroökonomisch hat Premierminister Narendra Modi seit seinem Amtsantritt 2013 für Stabilität gesorgt. "Die Reserve Bank of India (RBI) hat eine aus unserer Sicht verantwortungsvolle Geldpolitik beibehalten und Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung eingesetzt, um Phasen erhöhter Inflation, welche die Wirtschaft destabilisieren könnten, ein Ende zu setzen. So ist die Inflation in Indien auf jährlicher Basis von über zehn Prozent im Jahr 2013 auf unter zwei Prozent im Jahr 2017 gesunken", weiß etwa Michael Hasenstab, Chief Investment Officer bei Templeton Global Macro. Daher sieht er gute Bedingungen für Anleihen in Lokalwährung, die weiterhin attraktive Bewertungen aufweisen.

Der ETF unterliegt zwar Währungsschwankungen. Sie nivellieren sich jedoch in der Regel langfristig. Zudem sorgt die hohe laufende Verzinsung für einen Puffer bei den Währungsschwankungen.

Quelle:
fondsweb.de

Mit ETFs zum Anlageerfolg: Die besten Strategien mit Indexfonds

fondsweb.de - Mit ETFs zum Anlageerfolg: Die besten Strategien mit Indexfonds

(boerse-online) - Börsengehandelte Indexfonds sind in den Depots von immer mehr Privatanlegern zu finden. Ihre Stärken spielen sie nicht nur in der Abbildung bekannter Indizes aus. Abseits von DAX & Co bietet der Exchange Traded Fund (ETF) die Möglichkeit gezielter Investments in aussichtsreiche Anlagestrategien und vielversprechende Zukunftstrends.

Das Schweizer Taschenmesser hat eine lange Tradition. 1897 entwickelte der Schmiedemeister Karl Elsener dieses zunächst für das Militär gedachte Werkzeug. 120 Jahre später ist das Offiziersmesser mit dem charakteristischen Kreuz- und Schildemblem weltweit bekannt. Selbst die NASA zählt zu den Kunden des von Elsener gegründeten Unternehmens Victorinox. Die US-Raumfahrtbehörde stattet ihre Astronauten bei Reisen in das Weltall standardmäßig mit dem vielseitigen Klappinstrument aus. Mit seinen bis zu 30 Funktionen - die Palette reicht von der Klinge über die Schere bis zum Schraubendreher - ist es auch für unzählige Camper, Naturfreunde und Heimwerker ein treuer Wegbegleiter.

Einfach, effektiv und kostengünstig

Im Vergleich zur langen Tradition des Schweizer Taschenmessers ist der Exchange Traded Fund (ETF) ein echter Newcomer. In Europa kamen die ersten börsengehandelten Indexfonds kurz nach der Jahrtausendwende auf den Markt. Gleichwohl steht der ETF dem Kultprodukt in puncto Vielseitigkeit in nichts nach. Anleger können mit dieser Fondsgattung einfach, effektiv und kostengünstig in die unterschiedlichsten Märkte, Regionen und Themen investieren. Das Prinzip ist stets das Gleiche: Der ETF bildet einen bestimmten Börsenindex möglichst genau ab. Dabei gibt es keinen Manager, der über die Zusammensetzung des Portfolios entscheidet. ETFs werden daher auch als passive Fonds bezeichnet.

Das Wachstum ist enorm: In den vergangenen fünf Jahren dehnte sich die von börsengehandelten Indexfonds in Europa verwaltete Kapitalsumme, im Fachjargon Assets under Management (AuM), jeweils prozentual zweistellig aus. So wie es aussieht, hält die Serie 2017: Laut Zahlen von Deutsche Bank Markets Research lagen die europaweiten AuM mit 583 Milliarden Euro per 31. Juli um 13 Prozent über dem Niveau von Ende 2016. Lange Zeit waren die institutionellen Investoren auf dem ETF-Markt mehr oder minder unter sich. Doch mittlerweile tummeln sich auch Privatanleger im Universum der "Passiven". Das zeigt ein vom "Extra-Magazin" monatlich veröffentlichter Bericht. An der Statistik nehmen Comdirect, Consorsbank, DKB Bank, Flatex, ING-DiBa sowie Onvista Bank teil. Im Juli hielten die Kunden dieser Onlinebroker ETFs mit einem Volumen von über zwölf Milliarden Euro. Damit nahmen die AuM auf Sicht von einem Jahr um mehr als ein Drittel zu. "Immer mehr Privatanleger entdecken die Vorteile börsengehandelter Indexfonds für sich", bestätigt "Extra-Magazin"-Herausgeber Markus Jordan.

Für diese These spricht auch die zunehmende Verbreitung von ETF-Sparplänen. Laut aktuellem Marktreport meldeten die sechs Direktbanken im Berichtsmonat zusammen mehr als 450.000 Stück dieser Form der Vermögensbildung - auf Jahressicht nahm die Zahl damit um rund zwei Drittel zu. Bei einem Sparplan investiert der Anleger Monat für Monat eine vorab fixierte Summe in einen bestimmten ETF. Dadurch hängt die Zahl der zum Stichtag neu in das Depot kommenden Fonds von deren Kurs ab. Stehen die Notierungen hoch, kauft der Sparer relativ wenige ETFs. In Phasen tiefer Kurse kommen dagegen vergleichsweise viele Stücke hinzu. Langfristig betrachtet bietet dieser sogenannte Cost-Average-Effekt Vorteile gegenüber einer Einmalanlage. Laut Markus Jordan ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Zahl der privaten ETF-Sparpläne über die Marke von einer halben Million klettert. "Das enorme Wachstum zeigt, dass passive Fonds verstärkt in der Altersvorsorge zum Einsatz kommen", erklärt der Experte.

Im Schatten der Blockbuster

Egal ob Börsenprofi oder Privatanleger: Noch konzentriert sich das ETF-Geschäft stark auf bekannte Aktienindizes. An der Spitze stehen S&P 500, Euro Stoxx 50 und DAX. Elf der 20 größten europäischen ETFs basieren auf diesem Trio. Mit AuM von zusammen knapp 90 Milliarden Euro repräsentieren diese Produkte rund 15 Prozent des europäischen Gesamtmarkts. Und doch haben auch zahlreiche im Schatten der Investmentblockbuster stehende Indexfonds ihren Reiz. Seit Jahren bauen die ETF-Anbieter ihre Palette gerade in diesem Bereich eifrig aus.

Oft sind die neuen Fonds mit Etiketten wie "Smart Beta" oder "Alternativ Beta" versehen. Die zugrunde liegenden Indizes weichen dann von der traditionellen Gewichtung anhand der Marktkapitalisierung ab. Stattdessen hängt ihre Zusammensetzung von speziellen Faktoren ab. Zwei Ziele stehen im Fokus: Smart-Beta-Indizes versuchen, eine höhere Rendite als Börsengradmesser klassischer Bauart zu erzielen und/oder deren Kursausschläge zu reduzieren. Kritiker monieren mitunter zu Recht die teils sehr komplexe Bauweise der neuartigen Produkte. Dem starken Wachstum in diesem Segment kann das keinen Abbruch tun. Der Datendienstleister ETFGI stellt in einer aktuellen Auswertung fest, dass die weltweiten AuM von Smart-Beta-Produkten auf Sicht von fünf Jahren um durchschnittlich knapp 32 Prozent zugenommen haben. Ende Juli erreichten die in ETFs auf die neuartigen Referenzindizes liegenden Vermögen die Rekordsumme von umgerechnet gut einer halben Billion Euro.

Die Smart-Beta-Welle ist nur ein Beleg für die Vielseitigkeit börsengehandelter Indexfonds. Geradezu prädestiniert sind diese Produkte auch für die Positionierung in aussichtsreichen Branchen, alternativen Anlageklassen oder vielversprechenden Zukunftstrends. BÖRSE ONLINE hat sich im riesigen ETF-Funds - in Deutschland sind über 1100 Exemplare börsennotiert - auf die Suche nach interessanten Produkten gemacht. Im folgenden stellen wir neun attraktive Fonds vor. Dazu zählt ein passives Produkt zum Thema Robotik und Automation. Passend dazu finden Sie ein ausführliches Interview mit Richard Lightbound, einem ausgewiesenen Experten für diesen Zukunftstrend.

Gerade für langfristig orientierte Anleger erachten wir darüber hinaus die Bereiche Infrastruktur, Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien als aussichtsreich. Gleichwohl stecken die entsprechenden ETFs mitunter noch in den Kinderschuhen. Wir lassen daher ein sonst bei der Auswahl gern berücksichtigtes Kriterium, die ETF-Größe, dieses Mal außen vor. Da sich die AuM teilweise noch deutlich unter der kritischen Masse von 50 Millionen Euro bewegen, besteht grundsätzlich das Risiko der Fondsschließung. All zu groß schätzen wir diese Gefahr jedoch nicht ein. Schließlich zählt es zu den Wesensmerkmalen innovativer Produkte, dass sie erst nach und nach an Größe und Bedeutung gewinnen. Das gilt in der Geldanlage ebenso, wie beim Schweizer Taschenmesser.

Wissenswertes über ETFs

Funktionsweise: Die physische Replikation hat sich als führende Methode zur Abbildung eines Referenzindex durchgesetzt. Dabei kauft der ETF-Anbieter sämtliche Bestandteile der Benchmark oder eine für deren Entwicklung besonders repräsentative Auswahl. Beim Gegenmodell, der synthetischen Replikation, kommt dagegen ein sogenannter Swap zum Einsatz. Dabei gibt die Fondsgesellschaft die Erträge aus einem von ihr gehaltenen, beliebigen Wertpapierkorb an eine Drittpartei weiter, von der sie im Gegenzug die Indexperformance bezieht.

Gebühren: Der Siegeszug der ETFs ist eng an die niedrigen Kosten gekoppelt. Ein Blick auf die Total Expense Ratio (TER) reicht, um über sämtliche Aufwendungen Bescheid zu wissen. Neben den Managementgebühren umfasst die Kennzahl auch die beim Fondsanbieter auflaufenden Depotkosten. Bei ETFs auf namhafte Indizes wie DAX oder S&P 500 hat der harte Konkurrenzkampf dazu geführt, dass die jährliche TER mitunter auf weniger als 0,1 Prozent geschrumpft ist. Für Smart-Beta-Fonds oder Produkte auf weniger stark im Rampenlicht stehende Benchmarks können deutliche höhere Gebührensätze anfallen.

Börsenhandel: Die hohe Liquidität gilt gerade unter institutionellen Investoren als eine wesentliche Stärke des ETFs. Wie gewöhnliche Aktien können passive Indexfonds an der Börse ge- und verkauft werden. Spezialisierte Händler, die sogenannten Market Maker, stellen dabei verbindliche Quotierungen. Ein gängiges Kriterium für die Beurteilung der Handelsqualität ist der Spread. Je geringer die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs ausfällt, desto liquider ist der ETF.

Ertragsverwendung: Neben Dividenden und Zinszahlungen kann ein ETF aus einer Wertpapieranleihe Einnahmen generieren. Ausschüttende Indexfonds geben diese Erträge regelmäßig an die Anleger weiter. Dagegen bleiben sie bei einem thesaurierenden ETF im Fondsvermögen.

Besteuerung: Beim ETF-Verkauf oder beim Bezug von Ausschüttungen wird die Abgeltungsteuer grundsätzlich von der Bank einbehalten und an den Fiskus weitergegeben. Nur bei thesaurierenden Fonds mit ausländischem Domizil muss der Anleger selbst aktiv werden. Das gilt sowohl bei der Besteuerung der durch den ETF einbehaltenen Erträge als auch nach einem Verkauf. Da der gesamte Verkaufserlös - inklusive bereits versteuerter Thesaurierungsbeträge - steuerpflichtig ist, muss der Anleger die bereits getragene Belastung in der Steuererklärung geltend machen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Das für 2018 geplante neue Investmentsteuergesetz soll die Ungleichbehandlung von inländischen und ausländischen Fonds beenden.

Anleihen

Was die Anlageklassen anbelangt, herrscht am ETF-Markt eine klare Hackordnung: 70 Prozent des in Europa verwalteten Vermögens entfallen auf Aktienprodukte. Vincent Denoiseux, Leiter Quantitative Strategien Passive bei Deutsche Asset Management, bricht eine Lanze für die Festverzinslichen: "Die Beimischung von Anleihen zu einem Aktienportfolio kann die Schwankungen des Depots deutlich reduzieren." Er macht keinen Hehl aus dem bestehenden Zinsänderungsrisiko. Nach Ansicht des Experten gilt das vor allem in Europa, nachdem die US-Notenbank ihre Geldpolitik bereits gestrafft hat. Denoiseux gibt daher Schuldtiteln aus den USA den Vorzug. Mit dem db x-trackers iBoxx $ Treasuries ETF können Anleger seiner Einschätzung folgen. Dieser Indexfonds zeichnet den Verlauf von 260 durch die US-Regierung ausgegebenen Anleihen nach. Die Endfälligkeitsrendite beträgt immerhin 2,4 Prozent. Durch einen Absicherungsmechanismus wird versucht, Kursschwankungen zwischen der ETF-Währung Euro und dem US-Dollar weitestgehend auszuklammern.

Dividenden

Laut Berechnungen von Allianz Global Investors steuerte die Dividende im Zeitraum von 1970 bis 2014 nahezu 40 Prozent zur Gesamtperformance des europäischen Aktienmarkts bei. Die Ausschüttungen zählen also neben Unternehmensgröße, Bewertung, Qualität und Momentum zu Recht zu den Faktoren, die an der Börse den Unterschied machen können. Zahlreiche Smart-Beta-ETFs konzentrieren sich auf eine dieser renditefördernden Eigenschaften. Allein zum Thema Dividende sind in Deutschland mehr als 50 börsengehandelte Indexfonds auf dem Kurszettel zu finden. Dazu zählt der iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 ETF. Die zugrunde liegende Benchmark grast den Alten Kontinent systematisch nach besonders ausschüttungsfreudigen Unternehmen ab. Momentan geben britische Aktien mit einem Anteil von gut 30 Prozent den Ton an. Deutschland ist mit Allianz, Munich Re und Deutsche Post in der Auswahl vertreten. Das Konzept geht auf: Der Index Euro Stoxx Select Dividend 30 zeigt langfristig eine deutliche Outperformance gegenüber dem breiten europäischen Aktienmarkt.

Energiewende

Am 10. Oktober feiert der Lyxor New Energy ETF sein zehnjähriges Bestehen. Damit steht der Indexfonds durchaus symbolisch für die zugrunde liegende Anlageidee. Während der Finanzkrise kamen Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energie besonders stark unter die Räder. Und in der sich anschließenden Börsenrally blieben sie lange Zeit links liegen. Mittlerweile läuft das Comeback. Der dem Lyxor-ETF zugrunde liegende Index World Alternative Energy zeichnet seit knapp fünf Jahren einen Aufwärtstrend. Zu Recht, da der Siegeszug der "Erneuerbaren" rund um den Globus unaufhaltsam voranschreitet. Neben den Produzenten selbst nimmt der Index auch Spezialisten auf dem Gebiet der Energieeffizienz sowie der dezentralen Versorgung ins Visier. Die 20 weltweit größten Unternehmen aus diesen Tätigkeitsfeldern ziehen in den Index ein. Konsequenterweise finden sich in der Auswahl auf der einen Seite klassische Ökostromaktien wie Vestas Wind oder First Solar. Dazu gesellen sich Titel aus dem Hightechsegment, beispielsweise Samsung oder STMicroelectronics.

Infrastruktur

Die institutionellen Investoren haben das Thema Infrastruktur längst für sich entdeckt. Über Private-Equity-Beteiligungen oder Geschlossene Fonds stecken sie enorme Summen in den Bau von Straßen, Flughäfen oder Energienetzen. Wegen der vom allgemeinen Auf und Ab an den Börsen sowie von der Inflation relativ unabhängigen Erträge zählt die Infrastruktur zu den alternativen Anlagen. Mehrere ETF-Anbieter versuchen, diesen Bereich für Privatanleger zugänglich zu machen. Laut Heike Fürpaß-Peter, Leiterin des öffentlichen Vertriebs in Deutschland und Österreich bei Lyxor, kommen die Vorteile passiver Indexfonds hier voll zum tragen. "Sie reichen von kleinen Anlagesummen über eine erhöhte Diversifikation bis hin zur täglichen Handelbarkeit und geringen Kosten", erklärt sie. Im brandneuen Lyxor FTSE Developed Europe Core Infrastructure Capped ETF sind 33 europäische Infrastrukturtitel enthalten. Zu den Schwergewichten zählen der italienische Autobahn- und Flughafenbetreiber Atlantia, Eutelsat aus Frankreich sowie das britische Strom- und Gasnetzwerkunternehmen National Grid.

Low Volatility

Die Nordkorea-Krise hält die Börsen in Atem. Sobald das kommunistische Land den Westen - wie zuletzt mit einem Wasserstoffbombentest - provoziert, steigt die Nervosität. Zum Ausdruck kommt dieser Gemütszustand in zunehmenden Kursausschlägen. Seit jeher gibt es Aktien, die zu einer hohen Volatilität neigen. Auf Dauer können diese Titel schädlich für die Performance eines diversifizierten Portfolios sein. Soll heißen, Aktien mit eher geringen Kursausschlägen schneiden langfristig besser ab. Diese wissenschaftliche Erkenntnis greifen zahlreiche Smart-Beta-ETFs auf. Zu den größten Fonds dieser Art zählt der iShares MSCI Europe Minimum Volatility ETF. Der zugrunde liegende Index bietet ein diversifiziertes Aktienmarktengagement und versucht dabei, Kursausschläge möglichst zu glätten. Wenig überraschend führt diese Vorgehensweise dazu, dass defensive Sektoren wie Konsum und Pharma den Index dominieren. Im langfristigen Vergleich mit dem klassischen MSCI Europe zeigt der Smart-Beta-Ableger sowohl geringere Kursausschläge als auch eine klarere Outperformance.

Nachhaltigkeit

Wenn es darum geht, die sozialen und ökologischen Leistungen eines Unternehmens zu beurteilen, zählt Oekom Research zu den Vorreitern. Die Ratingagentur ist seit 1993 auf dem Gebiet der nachhaltigen Anlagen aktiv. Zu den Kunden der Münchner zählt die Deka. 2015 lancierte die Fondstochter der Sparkassen den Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit ETF. Um für den Referenzindex infrage zu kommen, muss eine Aktie zunächst ein ausreichendes Handelsvolumen mitbringen. Anschließend kommt die Nachhaltigkeit des Unternehmens an Hand der Oekom-Kriterien auf den Prüfstand. Durch das Raster fallen beispielsweise Atomkonzerne, Waffenhersteller oder Ölförderer. Von den Unternehmen, die den Anforderungen entsprechen, ziehen die 30 größten in den Index ein. Mit SAP, Allianz und Siemens zählen drei DAX-Konzerne zu den fünf Schwergewichten. Noch ist der ETF mit einem verwalteten Vermögen von 22 Millionen Euro recht klein. Gleichwohl sprechen die Bauweise des Index und dessen Performance dafür, mit diesem Fonds die "Nachhaltigkeitskarte" zu spielen.

Robotik

Nach Ansicht von Richard Lightbound steht der Robotermarkt erst am Anfang. Der Chef des Indexanbieters Robo Global skizziert die treibenden Faktoren hinter dem Zukunftstrend. Lightbound zählt zu den Initiatoren des ROBO Global Robotics and Automation Index. Zusammen mit einem Expertenteam hat er mehr als 1000 potenzielle Kandidaten für die Benchmark identifiziert. Um tatsächlich in den Index zu gelangen, muss ein Unternehmen den Fokus auf Robotik und Automation legen oder wenigstens einen ausgeprägten Geschäftsanteil in diesem Markt erzielen. Die Performance stimmt: Im Langfristvergleich hängt die Roboterauswahl selbst die haussierende US-Technologiebörse Nasdaq ab. Seit gut zwei Jahren bildet ETF Securities den Index im ETF-Mantel ab und ruft dafür eine nicht gerade günstige Gebühr von 0,8 Prozent per annum auf. Anleger, die in den gut eine halbe Milliarde Euro schweren Fonds investieren, sollten nicht nur deswegen einen langen Atem mitbringen. Trotz der positiven Aussichten wird der ETF das bisherige Tempo kaum halten können.

Rohstoffe

Neben Diversifikation und Inflationsschutz zählt das Wachstum der Weltbevölkerung zu den zentralen Argumenten für Rohstoffinvestments. Vor gut zehn Jahren sorgte dieser Dreiklang in der Anlageklasse für einen enormen Höhenflug. Die Finanzkrise setzte dem Boom ein jähes Ende. Seither bestimmen eine schwächelnde Nachfrage bei mitunter stark zunehmenden Produktionsmengen das Geschehen. Und doch haben die anfangs erwähnten Argumente weiterhin ihre Gültigkeit. Nicht nur, dass sich die Inflation gerade zaghaft zurückmeldet. Auch der Aufstieg vieler Schwellenländer ist ungebrochen. Er geht mit einem strukturell wachsenden Bedarf an Energieträgern, Metallen und Agrarwaren einher. Mit dem UBS CMCI Composite ETF lässt sich einfach und effektiv auf diese alternative Anlageklasse setzen. Dem Fonds liegt ein Rohstoffindex der modernen Art zugrunde. Er versucht, über eine innovative Methodik die Unwägbarkeiten des Terminhandels - Stichwort Contango-Falle - zu umgehen. Im Vergleich mit klassischen Rohstoffbenchmarks hat das CMCI-Konzept regelmäßig die Nase vorn.

Value

Vor wenigen Tagen feierte Warren Buffett seinen 87. Geburtstag. Der US-Amerikaner zählt zu den größten lebenden Börsenlegenden und erfolgreichsten Verfechtern der Value-Strategie. Seit Jahrzehnten macht sich Buffett auf die Suche nach unterbewerteten Unternehmen. Dass dieser Anlagestil trotz seiner langen Historie nichts an Reiz verloren hat, zeigt die Vielzahl an Value-ETFs. Zu den jüngsten Vertretern dieser Smart-Beta-Kategorie zählt der BNP Paribas Easy Equity Value Europe ETF. Anfang Juni 2016 legte die französische Anbieterin diesen börsengehandelten Indexfonds auf. Aktuell umfasst der Basiswert 58 Aktien, welche die zugrunde liegende Methodik als fundamental unterbewertet einstuft. Mit einer Gewichtung von gut 35 Prozent geben Unternehmen aus Großbritannien den Ton an. Unter anderem zählt der auf der Insel beheimatete Pharmariese GlaxoSmithKline zu den größten Positionen. Deutsche Aktien steuern knapp acht Prozent zu der europäischen Value-Auswahl bei. Mit von der Partie sind beispielsweise die aktuellen Top-Performer aus dem DAX: RWE und Lufthansa.

"Ein fundamentaler Wandel" Interview: Der Index Robo Global Robotics and Automation soll einen milliardenschweren Megatrend abbilden. Anleger sollen über einen gleichnamigen ETF vom Wachstum des Robotermarkts profitieren.

Für Robo-Global-Europa-Chef Richard Lightbound werden Roboteraktien vom Kapitalmarkt falsch verstanden. Mit Expertenhilfe abseits der Finanzanalyse will der Indexanbieter das Potenzial des Sektors voll erfassen. Warum der Markt erst ganz am Anfang steht und wie der Index die Gewinner des Trends findet, erklärt der Brite im Interview.

BÖRSE ONLINE: Der Robotermarkt soll sich bis 2020 auf 188 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Was ist der Wachstumstreiber?
Richard Lightbound: Die Technologie.

Nur muss die Technik auch gekauft werden!
Mehr Nachfrage ist unausweichlich, der Bedarf wird von einem Megatrend getrieben. Zwar wächst die Menschheit, aber die Überalterung ist schneller, dadurch wird die arbeitende Bevölkerung kleiner. Soll die Wirtschaft weiter wachsen, müssen immer weniger Arbeiter immer mehr leisten. Ohne Roboter geht das nicht.

Welche Bereiche sind betroffen?
Etwa Internethandel und Logistik. Der E-Commerce-Bereich wächst heute um 14 Prozent pro Jahr, und wir wollen unsere Bestellung nicht nur in 24 Stunden haben, sondern auch individualisieren. Statt Massenfertigungen in Asien entstehen heute smarte Fabriken näher am Kunden. Die Speed-Factory von Adidas im bayrischen Ansbach ist das beste Beispiel dafür. Das ist nur dank höchster Automatisierung möglich. Aber auch ganze Länder treiben das Wachstum.

Welche?
An erster Stelle China. Die Regierung wusste, dass ihre Tage als Niedriglohnfertiger endlich sind. Um den Wandel von einer Produktions- zu einer Dienstleistungsgesellschaft zu schaffen, setzt China massiv auf die Automatisierung ihrer Industrien. Die Hälfte aller Roboter wird heute von China gekauft.

Robotereinsatz ist doch längst Alltag?
Bisher setzt nur die Autoindustrie Roboter durchgängig ein, in anderen Branchen ist die Durchdringung noch sehr niedrig. Kleinere und mittlere Unternehmen, die für 50 bis 60 Prozent der weltweiten Herstellungskapazität stehen, setzen Roboter bislang so gut wie gar nicht ein.

Aber Roboter sind teuer.

Im Gegenteil, die Preise sind stark gesunken. Ein kollaborativer Roboter, also der kleine Bruder eines großen Roboterarms aus der Industrie, kostet heute um die 20.000 bis 30.000 Dollar und kann dank seiner Sensoren ohne Gefahr in der Fertigung neben einem Menschen arbeiten. Und die Preise werden weiter sinken.

Warum?
Weil es bei Robotern längst nicht mehr nur darum geht, eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Mit ihren Sensoren sammeln die Maschinen riesige Datenmengen und können sie dank künstlicher Intelligenz immer besser nutzen. Weil der Preis für einen Roboter jeweils zur Hälfte aus Herstellungs- und Programmierkosten besteht, hilft Big Data, die Anschaffung immer günstiger zu machen.

Wer profitiert am meisten?
Die Robotik steht erst ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Es ist noch zu früh, um sagen zu können, welche Unternehmen die Gewinner dieser Entwicklung sein werden.

Als Indexanbieter können Sie nicht anders, als das zu sagen!
Roboteraktien sind keine eigene Anlageklasse und werden daher missverstanden. Aber das wird sich ändern. Heutzutage allerdings klassifizieren Sie eine Roboterfirma als Industrieunternehmen und bewerten es entsprechend den Aussichten für diese Branche.

Aber es gibt doch reinrassige Roboterfirmen wie Fanuc oder Yaskawa?
Natürlich sind Produzenten von Roboterarmen wie die beiden genannten Firmen leicht zu identifizieren. Aber zum Roboterökosystem zählen weit mehr Unternehmen. Um genau diese Profiteure auch zu erkennen, hilft keine Finanzanalyse, sondern nur Expertenwissen.

Welches Sie haben?
Bei der Zusammensetzung unseres Index arbeiten wir mit sieben hochkarätigen Beratern zusammen. Unsere Experten sind führende Forscher auf dem Gebiet der Robotik, bauen Drohnen, haben für Kuka gearbeitet oder mit ihrer Firma jene Lagerroboter entwickelt, die heute Amazon nutzt. Unsere Berater sind zudem mit 30 Prozent an unserer Firma beteiligt.

Was definiert eine Roboterfirma?
Wenn man einen Roboter auseinandernimmt, gibt es vier Kernkomponenten, die jeder Roboter braucht. Sensorik, Rechenleistung - mittlerweile oft auch künstliche Intelligenz -, einen Antrieb und die Vernetzung. Erst Unternehmen, die diese Produkte liefern, geben Robotern ihre Fähigkeiten: wahrnehmen, planen, handeln.

Wer schafft es in den Index?
Wir haben gut 1000 potenzielle Roboterfirmen identifiziert, von denen gut 300 gelistet sind. Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen Unternehmen einen erheblichen Teil ihres Umsatzes aus Robotik und Automatisierung - meist über 80 Prozent - ableiten und Marktführer in einer unserer 13 Industriekategorien sein. Auch niedrigere Robotikeinnahmen sind möglich, manchmal bis zu 30 Prozent, wenn das Gewinnwachstum weitgehend durch Robotertechnologien getrieben wird.

Nur 100 kommen durch den Filter und 83 stecken im Index - dafür braucht es Experten?
Ohne unser Expertenteam hätten wir das Anlageuniversum erst gar nicht aufbauen können. Unsere Berater halten die Industrie im Blick und prüfen, wer zu den nächsten Robotikprofiteuren gehört. Oft sind es Firmen, die zwar ein global verkaufbares Produkt haben, aber auf dem Weltmarkt noch unbekannt sind. Dieses Wissen fließt in die quartalsweise Indexüberprüfung mit ein.

Wie gewichten Sie die Firmen?
Es sind 40 Prozent Marktführer, 60 Prozent Nicht-Marktführer wobei dann erstere je Aktie zwei Prozent Indexgewicht haben, letztere jeweils ein Prozent. Damit können wir breit streuen, ohne Wachstumschancen liegen zu lassen.

Trotzdem lief der Index 2015 eher schlecht.
Es geht um langfristiges Wachstum. Wir glauben, dass unser Indexkonzept die langfristigen Gewinner des Robotiktrends identifiziert und keine Eintagsfliegen. In der Roboterindustrie steckt wegen ihrer Bedeutung für die Produktivitätssteigerung das Potenzial, deutlich schneller zu wachsen als die breite Weltwirtschaft. Wir stehen hier erst ganz am Anfang eines fundamentalen Wandels.

Richard Lightbound: Der von dem Finanzexperten mitgelenkte Index stieg 2017 um knapp 29 Prozent, der Welt-MSCI ACWI legte nur um rund neun Prozent zu.

Quelle:
fondsweb.de

Kein Geld verbrennen

fondsweb.de - Kein Geld verbrennen

(boerse-online) - Beim Note-1-Fonds WHC - Global Discovery besteht ein Soft Close. Der defensivere Schwesterfonds SPSW Global Multi Asset Selection ist weiterhin offen. Von Ralf Ferken

Fondsmanager & Fonds

Die SPSW Capital GmbH in Hamburg entstand im Jahr 2015, als sich Achim Plate, Henning Soltau und Robert Suckel (zuvor: SPS Investments) sowie Markus Wedel (zuvor: WH Capital) aufgrund ihres ähnlichen Anlagestils zusammentaten. Gemeinsam managen sie den Single-Hedgefonds SPS Active Value Selection (Hard Close), den Mischfonds WHC - Global Discovery (Soft Close, geschlossen für Neukunden) sowie den Mischfonds SPSW Global Multi Asset Selection, der aufgrund höherer Anforderungen beim Risikomanagement und bei der Liquidität der Titel weiterhin geöffnet bleiben wird.

Anlageziel & Anlagestrategie

"Wir wollen unser eigenes Geld vernünftig anlegen und kein Geld verbrennen", erklärt Wedel. Konkret bedeutet dies: Beim SPSW Global Multi Asset Selection streben die vier Manager eine jährliche Rendite von über sechs Prozent an. Die Volatilität soll zwischen fünf und sieben Prozent betragen. Zum Vergleich: Der WHC - Global Discovery strebt eine jährliche Rendite von über acht Prozent sowie eine Volatilität von sieben bis neun Prozent an.

Der Anlagestil des SPSW-Teams ist Bottom-up-getrieben. "Wir haben keine Glaskugel, wo der US-Dollar oder die Zinsen künftig stehen werden", sagt Wedel. "Unsere Stärke ist die fundamentale Analyse der Unternehmen und ihrer Produkte." Am liebsten investiert das SPSW-Team in unterbewertete Unternehmen, die strukturell wachsen und damit kaum anfällig für konjunkturelle Rückschläge sind. Zudem agieren sie fallweise opportunistisch, etwa indem sie jüngst Autozulieferer wie ElringKlinger und Schaeffler gekauft haben.

Meist hält das SPSW-Team unter 50 Einzelwerte. "Wenn wir etwas gut kennen und gut finden, dann wollen wir davon möglichst viel haben", sagt Wedel, "falls nicht, halten wir Cash."

Universum & Portfolio

Die SPSW-Fonds halten überwiegend deutsche Micro-, Small- und Mid Caps und mischen europäische Nebenwerte bei. "Über diese Unternehmen können wir fast alle globalen Themen abdecken", sagt Wedel. "Wir könnten aber auch in internationale Large Caps investieren", fügt er an. So hat das SPSW-Team beispielsweise IBM auf seiner Watch-List. Die Top Ten sind in allen drei SPSW-Fonds identisch, aber unterschiedlich gewichtet. Die Anforderungen an sie sind jeweils hoch. "Die Top Ten müssen mindestens das Potenzial haben, sich zu verdoppeln", sagt Wedel. Das Satellite-Portfolio besteht aus Anleihen und Wandelanleihen, beim SPSW Global Multi Asset Selection auch aus Fonds wie den Bonafide Global Fish. Auf Derivate verzichtet das SPSW-Team. "Wir steuern die Asset Allocation jeweils über die Cash-Quote", sagt Wedel.

Fazit: Ein vermögensverwaltender Ansatz mit eigener Handschrift. Beide Mischfonds von SPSW Capital erzielten bislang ein sehr gutes Rendite-Risiko-Profil.

Quelle:
fondsweb.de

GLS Bank bringt Klimaschutzfonds

fondsweb.de - GLS Bank bringt Klimaschutzfonds

(boerse-online) - GLS Bank Klimafonds - Der Fonds investiert in besonders klimafreundliche Unternehmen, Staaten und Projekte. Sein Ziel ist es, einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels zu leisten. Ein interessanter Ansatz. Von Jörn Kränicke

Die Bochumer GLS Bank gehört zu den Vorreitern bei den sozial-ökologischen Geldinstituten. Nachhaltigkeit ist bei ihnen oberstes Gebot. Bereits seit 2015 haben sie einen Mikrofinanzfonds im Angebot und seit 2013 ihren ersten Aktienfonds. Nun starten sie einen defensiven Mischfonds. Beim GLS Bank Klimafonds liegt der Fokus ganz klar auf dem Umweltgedanken. "Wir wollen hiermit einen weiteren Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten", sagt Karsten Kührlings, verantwortlich für das Fondsgeschäft bei der GLS Bank.

Basis für die Auswahl der Anleihen und Aktien sind die Sustainable Development Goals (SDG) der UN. Insbesondere die Ziele 7 und 13 - Erneuerbare Energien und Maßnahmen zum Klimaschutz stehen an erster Stelle. Unternehmen, die für den Fonds überhaupt infrage kommen, müssen neben ihren strengen Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen ergänzende Kriterien erfüllen.

So werden etwa Emissionen, Klimastrategien und Maßnahmen zum Klimaschutz bewertet. Die neutrale Allokation des Fonds besteht aus 70 Prozent Anleihen und 30 Prozent Aktien. Das Nachhaltigkeitsresearch für die Titel wird inhouse durchgeführt. Zuerst wird das Universum eingedämmt, indem alle Titel, die nicht zur GLS Bank passen, rausgeschmissen werden.

Zudem wird überprüft, ob es irgendwelche Probleme mit Umweltschützern oder Verbrauchern gibt. Nur etwa die Hälfte aller Unternehmen schafft die erste Hürde. Danach folgt ein umfassender Nachhaltigkeitscheck. Dabei verlässt sich das Team nicht nur auf die eigene Nase, sondern nutzt auch externe Ratings etwa von imug, oekom oder Vigeo Eiris. Beim Klimafonds stehen zusätzlich folgende Kriterien im Lastenheft.

Die Titel werden hinsichtlich ihrer Kohlenstoffdioxidemissionen, Klimastrategie und -ziele, Produktverantwortung und Maßnahmen zu Energieeinsparungen oder Förderung des Klimaschutzes untersucht. Alle Titel, die dann noch übrig bleiben, werden im Anlageausschuss diskutiert. Er umfasst sechs unabhängige und zwei interne Mitglieder.

Fazit: Ein Fonds für das gute Gewissen. Bleibt abzuwarten, ob sich dies auf die Performance niederschlägt.

Quelle:
fondsweb.de

Boom bei Robotics-Unternehmen: Mit diesem ETF sind Anleger dabei

fondsweb.de - Boom bei Robotics-Unternehmen: Mit diesem ETF sind Anleger dabei

(boerse-online) - ROBO-STOX Global Robotics and Automation ETF: Die Automatisierungs- und Roboterbranche boomt ohnegleichen. Ihr Volumen soll sich bis 2025 fast verzwanzigfachen. Das verheißt gute Aussichten für den ETF. Von Jörn Kränicke

Ob der Trend zur Automatisierung eher Fluch oder doch Segen ist, die Frage bleibt offen. Die Veränderungen, die Robotik, Automation und künstliche Intelligenz mit sich bringen werden mit der Zeit von 1880 bis 1920 verglichen. Damals führte die Erfindung des Automobils, des Telefons, des Flugzeugs und der Elektrisierung auch zu einer radikalen Veränderung. Dass der Automatisierungstrend nicht mehr aufzuhalten ist, scheint indes sicher zu sein. Denn die Unternehmen in diesem Bereich verdienen immer kräftiger.

Das machen die Ergebnisse der Unternehmen, die im Index ROBO-STOX Global Robotics and Automation enthalten sind, mehr als deutlich. Im zweiten Quartal wuchsen die Gewinne pro Aktien um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Wachstum ist damit mehr als doppelt so hoch wie bei den S&P-500-Titeln. 77 Prozent der Indextitel schlugen sogar Konsensschätzungen der Analysten. Das Umsatzwachstum beschleunigte sich auf 8,5 Prozent. In einigen Subsektoren war es sogar zweistellig.

Die guten Zahlen haben 2017 dem ROBO-STOX Global Robotics and Automation ETF eine gute Performance beschert. Der von ETF Securities 2014 auf den Markt gebrachte Indexfonds war das erste Produkt, das auf diesen Trend aufsprang. Der Index besteht aus Bellwether- (40%; 23 Titel) sowie Non-Bellwether-Unternehmen (60%; 60 Titel).

Bellwether sind führende Anbieter, deren Kerngeschäft Robotik und Automatisierung umfasst. Non Bellwether erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze mit Robotik und Automatisierung und bieten das Potenzial, durch Innovation ihrer Produkte und/oder Dienstleistungen zu wachsen. Innerhalb dieser beiden Körbe werden die Titel gleichgewichtet. Der ROBO-STOX-Index besteht derzeit aus 83 Unternehmen. Die Zusammensetzung des Index wird jedes Quartal überprüft und angepasst.

Fazit: Der Robotics-ETF ist überzeugend konstruiert und auch die Performance stimmt. Zudem ist das Thema höchst aussichtsreich.

Quelle:
fondsweb.de

Christian von Engelbrechten setzt auf Qualitätswerte

fondsweb.de - Christian von Engelbrechten setzt auf Qualitätswerte

(boerse-online) - Der Fidelity Germany Fund nutzt die Chancen, die deutsche Unternehmen bieten. Damit ist er in den vergangenen 27 Jahren gut gefahren. Jetzt wittert Fondsmanager Christian von Engelbrechten die Gefahr von Rückschlägen, die er vermeiden möchte. Umso stärker hält er an seiner Strategie fest, auf Qualitätstitel zu setzen. Von Ronny Kohl

"Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland ist gut", sagt Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund. So notiere der Ifo-Geschäftsklimaindex derzeit auf einem Höchststand. Das BIP-Wachstum in Deutschland liege über dem europäischen BIP-Wachstum, das verfügbare Einkommen der Arbeitnehmer steige dank Rekordbeschäftigung, Lohninflation, niedriger Zinsen und zurückhaltender Steuerpolitik, womit der Konsum "als wichtiger Wachstumstreiber der Wirtschaft" zulegt. "Doch Anleger sollten sich nicht täuschen lassen", mahnt er zugleich. "Einige Unternehmen könnten Rückschläge erleiden." Insbesondere Titel von geringer Qualität, die zurzeit noch den Markt anführen würden. Demgegenüber zeige die laufende Berichtssaison "beispielsweise bei vielen Chemie-, Industrie- und Bankenwerten, dass die Erwartungen zu hoch und die Kurse dieser Unternehmen zu weit gelaufen sind". Auch die Autoindustrie sieht er unter Druck - nicht nur wegen des Diesel-Skandals, sondern auch aufgrund des starken Euro-Wechselkurses etwa gegenüber dem US-Dollar. Jetzt sei Vorsicht angebracht.

Die Börse ist keine Einbahnstraße

Bislang hat der Fondsmanager am breiten Kursanstieg deutscher Aktien ordentlich partizipiert. Seit Auflegung im Oktober 1990 hat der rund eine Milliarde Euro schwere Fidelity Germany Fund im Durchschnitt der Jahre um 8,3 Prozent p.a. zugelegt. Zu verdanken hat er das seiner Strategie, die auf attraktiv bewertete deutsche Unternehmen abzielt, "die durch Projekte, Investitionen, Preissetzungsspielräume und Marktanteilsgewinne nachhaltig zweistellige Gesamtkapitalrenditen (Return on Invested Capital) sowie überdurchschnittliche Gewinnsteigerungen erwarten lassen". Unternehmen, die in der Lage sein sollten, "selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen zu wachsen und damit langfristig Mehrwert für ihre Aktionäre zu schaffen". Besonders hat sich dies in den vergangenen 12 Monaten gezeigt, in denen die Fondsanleger einen Wertzuwachs um 21,6 Prozent genießen konnten (per 30.06.2017). Doch mittlerweile wittert Engelbrechten Gegenwind und stellt sein Portfolio darauf ein.

"Seit 2009 kennen die Börsen nur noch eine Richtung: nach oben!", resümiert der Fidelity-Manager. Jetzt aber würden sich die Zeichen einer Übertreibung mehren. Anleger hätten zuletzt immer weniger auf die Güte der Unternehmen, die sie kaufen, geachtet - ein Zeichen für Euphorie. Erste Frühindikatoren deuten seiner Beobachtung nach darauf hin, dass die Stimmung wechseln dürfte. Beispielsweise der Citigroup-Economic-Surprise-Index, der bisher überraschend positive Wirtschaftsdaten zeigte, in den vergangenen Monaten aber deutlich fiel. Oder Einkaufmanagerindizes, die schon früh eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik registrieren. "Sie scheinen ihren Höhepunkt erreicht zu haben", so Engelbrechten, "und drehen nach unten." Obendrein sorge die höhere Notierung des Euro für Gegenwind bei Exportwerten.

Ausweg Qualitätsaktien

Erfreulicherweise gibt der Fidelity-Manager zugleich Teilentwarnung: "Mit passenden Strategien können sich Anleger auch gegen ein raueres Börsenklima wappnen", so die gute Nachricht. Anleger sollten jetzt konsequent auf Qualität und solide Wachstumswerte setzen, sagt er. Beispielsweise auf Unternehmen, "die sich durch ein hohes kontinuierliches Wachstum auszeichnen, das auch in einem schwierigen Umfeld hält, und deren Geschäftsmodell relativ unabhängig von Konjunkturzyklen ist". Er rät zu Unternehmen, die sich durch eine nachhaltig hohe Gesamtkapitalrendite und höhere Wachstumsraten als der Gesamtmarkt auszeichnen.

Das ist zugleich die Strategie, die Engelbrechten mit dem Fidelity Germany Fund verfolgt. Sein Fokus liegt auf Unternehmen, "die hohe Gewinne abwerfen, überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen und Produkte anbieten, die sich an veränderte politische Rahmenbedingungen anpassen können". Er konzentriert sich "auf eine handverlesene Auswahl an 40 bis 50 Unternehmen", die er aus einem Anlageuniversum von rund 250 Titeln auswählt. Dabei richtet er seinen Blick nicht nur auf die großen Flaggschiffe, sondern auch auf vielversprechende, vom Wettbewerb bislang unterschätzte kleine und mittelgroße Unternehmen aus dem Nebenwertesegment: "Germany - made by Fidelity", wie der Fondsmanager sein Betätigungsfeld nennt.

Gleichwohl finden sich unter den Top-Favoriten des Managers nur Börsenriesen aus dem DAX - SAP, Bayer, Deutsche Börse, Prosiebensat.1 Media oder Fresenius Medical Care. Kleinere Werte müssen sich, sofern sie die Analysen erfolgreich überstehen, mit kleineren Gewichtungen zufrieden geben. Zur Einzeltitelauswahl nutzt Engelbrechten die für Fidelity typische Fundamentalanalyse sowie eigene Finanzmodelle, mit deren Hilfe er in einem mehrstufigen Prozess aus der Gesamtheit der Unternehmen einzelne Kaufkandidaten herausfiltert. Ihm zur Seite stehen rund 150 Unternehmens- und Branchenanalysten, die ihre Expertise beisteuern, die Unternehmen besuchen, Gespräche führen mit dem Management, mit Lieferanten, mit Kunden, mit Wettbewerbern - und die am Ende ihre Ergebnisse in einem globalen Netzwerk zusammenführen.

Lässt sich dabei etwas "nicht klar und deutlich in Unternehmensgewinne übersetzen", verzichtet der Manager auf ein Engagement. Denn entscheidend für die Aufnahme in das Deutschland-Portfolio ist ausschließlich das Wachstumspotenzial der in Frage kommenden Unternehmen. Konsequenterweise hat er einen großen Freiraum, deutlich von seinem Vergleichsindex abzuweichen, wovon er immer wieder Gebrauch macht. Seine aktuell favorisierten Branchen sind Konsumgüter, IT und Gesundheit, die mehr als zwei Drittel des Anlageportfolios ausmachen.

Der Fidelity Germany Fund (ISIN: LU0261948227 für die thesaurierende Tranche und LU0048580004 für die ausschüttende Tranche) wird mit einem maximalen Ausgabeaufschlag von 5,25 Prozent angeboten. Die laufenden jährlichen Kosten liegen bei 1,91 Prozent; ein Erfolgshonorar wird nicht erhoben.

Quelle:
fondsweb.de